Ausser Argentinien waren alle großen Fußball-Nationen bei diesem Turnier vertreten. Deutschland durfte erstmals nach dem II. Weltkrieg wieder teilnehmen. Erneut gab es einen neuen Modus bei einem WM-Turnier. In der ersten Runde spielten vier Mannschaften in 4 Gruppen.  In jeder Gruppe waren 2 Mannschaften "gesetzt", d. h., dass diese Teams nicht gegeneinander spielen mussten und somit nur 2 Spiele absolvieren mussten. Bei den benachteiligten Ländern herrschte grosse Aufregung. Doch Fußball lässt sich nicht in ein Korsett zwingen. Das bewiesen Deutschland, Jugoslawien und die Schweiz. Diese Länder waren nicht gesetzt, stiessen jedoch ins Viertelfinale vor. Somit waren die ersten "Verlierer" der WM die "Herren vom grünen Tisch".

Auch der grosse Favorit Ungarn wurde seinem Ruf gerecht. Deutschland musste mit 8:3  die Segel streichen. Der Weltmeister hatte ebenfalls keine Mühe um ins Viertelfinale einzuziehen. Uruguay fegte die Schotten mit 7:0 vom Platz. Für viele gab es jetzt nur noch ein Finale - und das hieß Uruguay gegen Ungarn.

Doch vorher mussten die Favoriten noch ein paar andere Spiele bestreiten. Im Viertelfinale bezwangen die Süd-Amerikaner England mit 4:2, Ungarn zauberte wieder und gewann gegen Vize-Weltmeister Brasilien ebenfalls mit 4:2. Allerdings wurde das "Feuerwerk an Spielkunst" von einer großen Prügelei überschattet.

Deutschland setzte sich in einer Abwehrschlacht gegen Jugoslawien mit 2:0 durch und Österreich gelang ein sensationeller Sieg gegen die Schweiz. Nach 90 Minuten hieß es in Lausanne 7:5 für die Österreicher.

Im Halbfinale gab es eine Sensation. Deutschland schlug Österreich mit 6:1 und war erstmals ins Finale einer Weltmeisterschaft eingezogen. Deutschlands Gegner sollte im "vorweggenommenen Finale" zwischen Uruguay und Ungarn ermittelt werden.

Nach 90 Minuten hieß es 2:2. In der Verlängerung bewiesen die Ungarn Stehvermögen und köpften sich ins Endspiel. Sie siegten gegen den Weltmeister mit 4:2.

Das Spiel um Platz 3 gewann Österreich mit 3:1.

Nun gab es nur noch ein Spiel, das Ungarn vom Titel trennte. Dieser Meinung waren jedenfalls die Ungarn. Nach 10 Minuten führten sie auch schon mit 2:0. Doch nur wenige Minuten später fiel der Anschlusstreffer zum 2:1 von Morlock. Jetzt sahen die Ungarn, dass das nicht diesselbe deutsche Elf von vor 2 Wochen beim 8:3 war. "Boss" Helmut Rahn nahm den Eckstoß von Fritz Walter im Direktschuss und verwandelte zum 2:2. Jetzt schalteten die Ungarn wieder einen Gang hoch und liefen Sturm gegen die deutsche Abwehr. Doch der überragende Turek hielt alles. Kurz vor Schluss stand es noch unentschieden. Viele dachten schon an die Verlängerung.

Doch plötzlich lief ein Angriff der Deutschen. Der Ball kommt zu Helmut Rahn, der tanzt die zwei entgegenkommenden Gegner aus und haut das Leder ins Netz der Ungarn.

Sechs Minuten später war das "Wunder von Bern" perfekt.

Deutschland war Fußball-Weltmeister 1954 !

 

Gratulation der ungarischen Mannschaft     Der Weg ins Endspiel

     Viertelfinale:

     Österreich - Schweiz 7:5
     Deutschland - Jugoslawien 2:0
     Uruguay - England 4:2
     Ungarn - Brasilien 4:2

     Halbfinale:

     Deutschland - Österreich 6:1
     Ungarn - Uruguay n.V. 4:2

     Spiel um Platz 3:

     Österreich - Uruguay 3:1

 

 

 

 

 

Endspiel:

Deutschland - Ungarn 3:2

0:1 Puskas, 0:2 Czibor, 1:2 Morlock, 2:2 Rahn, 3:2 Rahn

Die Fußballweltmeister 1954

v.l.: Bundestrainer Sepp Herberger, Fritz Walter, Rahn

Posipal, Eckel, Liebrich, Ottmar Walter, Schäfer, Morlock;

knieend: Mai, Turek, Kohlmeyer

 

[Ortschaften] [Flüsse und Seen] [Naturpark] [Geschichte] [Sport] [Verschiedenes] [Wald] [Gästebuch] [Impressum]
nach unten
nach oben