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OrtsgeschichteAltes Rathaus und Kirche

1382 als ,,Kaiserspuch", 1425 als ,,Keysersbuch" erwähnt. Diese Namen sind wohl als ,,Kaiserswald" zu verstehen, da der Buchenwald einst hier vorherrschend war. Als altstaufischer Besitz, der vermutlich mit den ersten Stiftungsgütern an das durch den hohenstaufischen Dienstmann Folknand von Staufen 1178 gegründete Kloster Adelberg gekommen ist, war Kaisersbach bis 1806 unter dem Namen ,,Kaisersbacher Viertel" Sitz eines adelbergischen Klosteramtes mit eigener Gerichtsbarkeit. Gasthaus "Zum Ochsen"Eine noch vor 1700 zu Heilbädern benutzte schwefelhaltige Quelle, die ehemals unter der Staffel des früheren Gasthauses ,,Zum Ochsen" entsprang, soll der Sage nach bereits von Kaiser Friedrich (I.) Barbarossa, 1122-1190, benutzt und zum Bad gefaßt worden sein. Die Erinnerung an dieses alte Heilbad lebt in dem Flurnamen ,,in Bädersgärten" fort. Es ist auch die Ansicht stark vertreten, daß Kaisersbach von ,,Kaisersbad" abgeleitet wurde.

Früheste Erwähnung in einer Landkarte

   Quelle:

Erich Rummel

Das Bild der Städte und Dörfer des Kreises Waiblingen in den Jahren 1685 - 1686

nach dem "Altwürttembergischen Forstkartenwerk des Andreas Kieser und seinen geschworenen Feldmesser”

Ostansicht

Alt-Kaisersbach gemalt von Rita Hüttmann

Mehr als "Tannazapfa und etle Hagaputza"

Kaisersbach aus dem Blickwinkel eines Buchautors von 1924.   Welzheimer Zeitung vom 04.05.2001 - Von unserem Redaktionsmitglied  Rainer Stütz                                                                                                 

Die Schönheiten des Welzheimer Waldes sind schon vielfach gepriesen worden. Gleichwohl ist es interessant in einem alten Heimatbuch zu blättern, das 1924 in Schwäbisch Gmünd herausgegeben wurde. In einer losen Artikelreihe stellen wir einige Passagen vor. Heute geht's um das "Pfarrdorf Kaisersbach".

Georg Stütz ist durch den Welzheimer Wald gewandert und hat seine Eindrücke im "Heimatbuch für Gmünd und weitere Umgebung" festgehalten. Er bezeichnet Kaisersbach als einen uralten Ort, der schon zur Zeit Ludwigs des Frommen, des Sohnes Karls des Großen, in Quellen erwähnt wird.  Der Name des Ortes soll laut Überlieferung in der Bevölkerung von "Kaisersbad" kommen. Kein Geringerer als Kaiser Barbarossa soll das Bad gegründet und die Heilquelle benützt haben. Leider, so Georg Stütz, sei diese unter alten Kaisersbachern bekannte Geschichte den Historikern nur wenig bekannt.

Sicher ist auf jeden Fall, dass Kaisersbach einst zum Kloster Adelberg gehörte. Auch die Rinderbacher von Gmünd waren hier begütert. Auf dem Rathaus befinde sich eine Glocke aus dem 13. Jahrhundert, die aus einer alten Kapelle in Gebenweiler stammt.
Beeindruckt war der Buchautor und Wanderer von dem großen merkwürdigen Stein oberhalb des Treibsees. Er soll angeblich ein Opferstein aus heidnischer Zeit sein.
"Nicht genug wundern konnten wir uns über die schöne, fruchtbare Landschaft hier oben, besonders auch über die prächtigen Obstbäume. Wer dahinten bloß Tannazapfa und etle Hagaputza und Doaraschlehe sucht, wird große Augen machen beim Anblick dieser gesegneten Gefilde." Herrlich sei von dieser Höhe aus der Blick auf die Schwäbisch Alb, die vom Hundsrück bei Balingen bis zum Ipf "ihre Bergkette vor dem trunkenen Auge ausspannt", so der Gmünder Autor.

Ein hübscher Wanderweg führe nun weit hinab in den tiefen, waldigen Talgrund der Wieslauf und kreuze auf etwa halber Höhe des Hanges den römischen Grenzwall. Dieser Weg bringe einen besonders stimmungsreichen Zug in die geschichtsarme Landschaft.                                                                                      

Gartenstraße
Westansicht - Bleistiftzeichnung von E. Kiefer
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