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Welzheimer Zeitung vom 17.03.2006 Am Wochenende erwartet Welzheim ein buntes Stelldichein der verschiedensten Drachen am Himmel. Der Drachenclub „Flautenflieger“ und die Welzheimer Fliegergruppe veranstalten das 12. Welzheimer Drachenfest auf der Heide. Beginn am Samstag und Sonntag jeweils ab 11 Uhr.
Mehrere hundert Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland haben sich heuer wieder angekündigt zum ersten großen Drachenfest des Jahres im süddeutschen Raum. Denn trotz winterlicher Temperaturen und die Aussicht auf klamme Finger brennen die Drachenfans, die Freaks und die Tüftler darauf, im Welzheimer Wald die Saison zu eröffnen. Sie stellen ihre neuesten Kreationen vor, die über die Wintermonate entstanden sind. Drachen mit historischem Hintergrund und verrückte Modelle. Sie tragen ihre „Rokkaku“-Kämpfe aus, die ihre Wurzeln in Südostasien haben und . . . sie bringen fast alles zum Fliegen: Ein Flattermann von 1,80 Meter entstand aus einem gewöhnlichen Maler-Staubanzug.
Drachenbauer Schmidt´s Pit aus Rendsburg wird neben fliegenden Wikingerschiffen einen besonderen „Zellendrachen“ im Gepäck haben: Der „Kusnetzow“ wurde einst in Russland als Lastenträger entwickelt. Der moderne Nachbau erinnert an eine mannshohe halbe Coladose. Marcus Bauerfeld und die Gruppe „Christbaumlober“ nähten fleißig Facettensterne mit einem Durchmesser von 3,70 Meter. Bei gleichmäßigem Wind können zwölf Stück auf einmal starten. Ebenso riesenhaft sind die lustigen Marienkäfer, die als Frühlingsboten über die Wiesen hüpfen werden. Beim Welzheimer Drachenfest gibt es kein festes Programm. Das Fluggelände wird in Felder eingeteilt, damit sich Einleiner, Lenkdrachen und Großdrachen nicht ins Gehege kommen. Alle Gäste sind eingeladen, selbst einen Drachen steigen zu lassen. So wird das Drachenfest zu einem Riesenspaß für die ganze Familie. Und wer sich dann so richtig durchgepustet fühlt, geht in die Flugzeughalle, denn dort ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt.
Welzheimer Zeitung vom 20.03.2006 Aus ganz Deutschland waren sie übers Wochenende mit ihren bunten Flugapparaten nach Welzheim gekommen, die Drachenfreunde. Den Vogel abgeschossen hat freilich eine einheimische Familie: Rolf Gaibler, seine Frau Friederike und die vier Kinder nennen 31 selbst gebaute Drachen ihr Eigen. Als die Kinder noch klein waren, hatte sich Rolf Gaibler, von Beruf Entwicklungsassistent, seinen ersten Drachen gebaut. Richtig los ging’s mit dem Drachenbauen freilich erst, als Welzheim zum Mekka der Drachenflieger wurde: Vor zwölf Jahren wurde die Tradition begründet, dass sich die Drachenfreunde aus ganz Deutschland und teilweise aus dem benachbarten Ausland in Welzheim zum Saisonauftakt treffen.
Hatte letztes Jahr das Welzheimer Drachenfest wegen ungünstiger Witterung ausfallen müssen, so belohnte Petrus die Freunde der bunten Himmelskörper diesmal mit Kaiserwetter. Zwar waren die Wiesen auf der Heide teilweise noch knöcheltief nass. Einen echten Drachenflieger aber kann so etwas nicht schrecken: Gummistiefel oder Gamaschen an den Füßen, dazu eine dichte Windjacke und ein Ohrenschützer - und los ging’s. 80 bis 100 Drachen gleichzeitig am Himmel, dieses Schauspiel konnte man am Samstag und am Sonntag vor allem in den frühen Nachmittagsstunden erleben. Weithin sichtbar. Bis nach Alfdorf und Kaisersbach waren die bunten Lichtpunkte am strahlend blauen Himmel auszumachen. Drachenherz - was begehrst du mehr!?
Rolf Gaibler und seine Angehörigen waren mit mehreren der insgesamt 31 familieneigenen Drachen vor Ort. Das Star-Modell der Drachen-Schau war dabei Gaiblers flotter Neuner, der im Laufe der Jahre vom einfachen Lenkdrachen durch weiteren Anbau immer größer wurde. Solch ein Fluggerät - Gewicht rund ein Kilo - passte denn auch zu den mittleren bis etwas strammen Winden, der übers Wochenende auf der Heide bliesen und die Drachen in den Himmel hievten. Merke: Der Wind ist der Motor des Drachens.
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Text: Welzheimer Zeitung
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