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Lein-Ursprung beim Eulenhof
Verlauf der Lein

Aus der Oberamtsbeschreibung von 1845

Flüße:

Die Lein, welche die Gewässer der Hochfläche des welzheimer Waldes aufnimmt, um sie dem Kocher zuzuführen, entspringt, ganz nahe bei den Quellen der Wieslauf, durch einen schmalen Rücken davon geschieden, jenseits des Eulenhofes in dem sogenannten Ursprung, nahe bei Kaisersbach, einem der höchsten Punkte des Bezirkes, aus Liassandstein. Sie durchfurcht das Plateau von Welzheim anfangs in südlicher, ziemlich gerader, mit der Wieslauf paralleler Richtung, der Länge nach. Sie treibt mehrere Mühlen. Ihr Lauf bei tausend Krümmungen ist aber matt, uns sie stagniert an vielen Stellen. Da ihre Ufer seicht sind, so überschwemmt sie häufig das ganze Thal. Sie verlässt zwischen Pfersbach und Durlangen unsern Bezirk, um sich bei Abtsgmünd in den Kocher zu ergießen.

Von den Einflüssen der Lein sind zu erwähnen: der östlich bei Breitenfürst einmündende Trutenbrunnen, das Gruppenbächlein und der Bernhardsbrunnen. Bei dem Haghof angekommen verlässt die Lein nach einem Laufe von 2½ Stunden ihre südliche Richtung und wendet sich nach Osten. Sie hält – abgesehen von unausgesetzten, minder wesentlichen Krümmungen – diese Richtung ein, indem sie parallel mit der in entgegengesetzter Richtung strömenden Rems ihren östlichen Lauf fortsetzt. Nicht ferne von dem Haghof münden der von Rienharz herkommende kleine Haschbach oder Weilerbach und gleich darauf der bei Aichstruth entpringende und von hier an mit der Lein parallel laufende, durch mehrere Zuflüsse verstärkte Eisenbach, sowie der in gleicher Richtung von Brend herabkommende Mettelbach ein.

Unterhalb Leineck, wo sich die Lein auf kurzer Strecke gegen Norden biegt, bei der Strübelmühle, nimmt sie den von Nordwesten eintretenden voggenberger Gellbach auf. Ein weiterer Zufluß ist die Roth; dieselbe entsteht aus zwei Hauptgewässern: aus dem östlich von Mönchhof entspringenden Moosbach oder gauchshauser Bach, der außer mehreren unbenannten Zuflüssen durch den nördlich eintretenden Hägbach und den Krättenbach verstärkt wird, und nun die schwarze Roth heißt; sodann aus dem nächst bei Kaisersbach entstehenden Rothbach, der auch die finstere oder blinde Roth heißt, in welchen der Wäschbach oder Beutelsbach, sowie der Schwarzbach, der Schmerbach u.a. treten. Bei Hüttenbühl, im Oberamt Gaildorf, vereinigen sich diese beiden Hauptäste und der bach nimmt jetzt den Namen Roth an. Die Roth ergießt sich unterhalb Buchengehren bei der Sägmühle in die Lein. Eben hier tritt auch von Norden her der auf der Oberamtsgrenze fließende Gellbach in dieselbe. Bald darauf münden von Enderbach her der Spitzerbach und bei Thannhöfle von Norden her der Schmidbach und der Krummbach ein. Bei Webersgehren endlich, unmittelbar vor ihrem Austritt aus unserem Oberamte, vereinigen sich die nördlich herabfließenden Bäche Reichenbach und Spreitbach und der südlich herkommende Aitelbach mit der Lein.

Die Lein-Quelle

Thäler:

Das Leintal, unstreitig das schönste und interessanteste der Thäler des welzheimer Waldes, im Rücken von Welzheim in der Nähe des Eulenhofs, diesseits Kaisersbach bei dem Ursprung der Lein in einer waldigen Gegend beginnend, und in westlichem Verlauf das welzheimer Plateau durchfurchend, schlägt unterhalb des Haghofs eine mehr südliche Richtung ein, nimmt die gleichen Verlauf besitzenden Thäler des Haschbachs und Eisenbachs auf, wendet sich, nachdem es auch noch das kurze aber tief eingeschnittene Mettelbachthälchen aufgenommen, bei der Leinecksmühle südöstlich, nimmt das Gelbbachthal auf und vereinigt sich hierauf mit dem Roththal, welches hier seinen Namen verliert, obgleich man seinen Ursprung bis zu dem Mönchhof, südöstlich von Kaisersbach, und bis über den Brandhof, nordwestlich von Gschwend verfolgen kann. Diesseits der Strübelmühle mündet auch das Gelbbachthal, in der Richtung gegen Vordersteinenberg das Oberamt begrenzend, in das Leinthal ein und von dieser aus verläuft das Thal unter verschiedenen Windungen und von schroffen Gehängen umgeben in nahezu östlicher Richtung längs der Oberamtsgrenze, bis es östlich von Pfersbach in das Oberamt Gmünd eintritt, um seine Gewässer bei Abtsgmünd dem Kocher zuzuführen. Das Leinthal ist freundlich-lieblich, hat aber einen kalten Hauch und ist mit Sauergräsern überwachsen.
Leintal bei Brend - Nähe Alfdorf

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