Murrhardt mit Stadtkirche

Basisdaten Murrhardt aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Bundesland:

Baden-Württemberg

Regierungsbezirk:

Stuttgart

Kreis:

Rems-Murr-Kreis

Fläche:

71,13 km²

Einwohner:

14.318 (31. März 2004)

Bevölkerungsdichte:

201 Einwohner je km²

Höhe:

278 bis 564 m über NN

Postleitzahl:

71534-71540

Vorwahl:

07192

Geografische Lage:

48° 58' n. Br., 09° 34' ö. L.

Klima:

mittlere Jahrestemp. ca. 8,1 °C, mittlerer jährl. Niederschlag 950mm

Kfz-Kennzeichen:

WN

Gemeindeschlüssel:

08 1 19 044

Adresse

Stadtverwaltung: Marktplatz 10, 71540 Murrhardt

Offizielle Website:

www.murrhardt.de

E-Mail-Adresse:

info@murrhardt.de

Murrhardt ist eine kleine Stadt im Herzen des Schwäbischen Waldes, östlich von Stuttgart direkt an der "Idyllischen Straße". Seit 22. Juli 2004 ist die Stadt organisatorischer Mittelpunkt des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald. Das Naturparkzentrum am Marktplatz in Murrhardt beherbergt außer der Geschäftsstelle eine Erlebnisschau, die sich insbesondere an Kinder und Jugendliche richtet.

Stadtgliederung:  Murrhardt, Fornsbach, Kirchenkirnberg

Zugehörige Ortschaften: Siegelsberg, Alm-Siedlung, Beilsbach, Berghöfle, Eisenschmiedmühle, Eulenhöfle, Gaisbühl, Gärtnershof, Göckelhof, Gutmachhof, Hammerschmiede, Harbach, Harnersberg, Hasenhof, Hausen, Hinterbüchelberg, Hintermurrhärle, Hinterwestermurr,Hoffeld, Hördthof, Karnsberg, Käsbach, Kieselhof, Klettenhöfle, Klingen, Köchersberg, Lutzensägmühle, Marxenhof, Mautzenhof, Mettelbach, Mettelberg, Mutzenhof, Neuhaus, Oberneustetten, Raithöfle, Reute, Sauerhöfle, Schloßhof, Schwammhof, Schwarzenmühle, Schweizerhof, Siebenknie, Spechtshof, Spielhof, Steinberg, Tiefenmad, Unterneustetten, Vögelesreute, Vordermurrhärle, Vorderwestermurr, Wacholderhof, Wahlenmühle, Waltersberg, Wiesenhof, Winterhaus, Wolkenhof

Flächennutzung: Wald 57,7%, Wiesen, Weiden 24,0%, Äcker 8,2%, Gebäude, Straßen, Wege, Plätze, Eisenbahnlinie, Parks, Grünanlagen, Gärten, Gewässer und Ödland 10,1 %

Religionen: 54% evangelisch,  23% römisch-katholisch. Rest: Andere oder keine.

Historie: Die Anfänge der Stadt Murrhardt gehen bis in die Römerzeit, etwa 1860 Jahre, zurück. Das zukünftige Weltkulturerbe Limes zieht sich direkt durch das Stadtgebiet. Der älteste überlieferte Name der Stadt heißt "Murrahardt", das bedeutet: Weidewald an der Murr. Murr wiederum beschreibt in mittelhochdeutsch muor, moor, morast, also Sumpfland.
Das ehemalige Benediktinerkloster St. Januarius ist die geistige Keimzelle der Stadt. Bereits im 8. Jahrhundert gegründet (816 von Kaiser Ludwig neu eingerichtet, erster Abt St. Walterich), bestimmte diese Einrichtung 1000 Jahre Geschichte. Ein Dorf entwickelte sich parallel dazu. Das Kloster hatte eigenes Münzrecht - Murrhardter Pfennige.
1288 erhielt Murrhardt die Stadtrechte. Die Bevölkerung hatte einen niedrigen Lebensstandard. Neben der Landwirtschaft und dem Kleinhandwerk entwickelten sich um Murrhardt herum später zahlreiche Glashütten. Die Holzverarbeitung war traditionell der Schwerpunkt, daher wird die Gegend um Murrhardt im Volksmund auch "Klämmerlesgäu" genannt. 1388 wurde Murrhardt württembergisch, das Kloster wurde im 16. Jahrhundert reformiert. Kurz nochmals katholisch unter dem berühmten "Diplomaten des Westfälischen Friedens" Adam Adami.
1765 verwüstete ein verheerender Stadtbrand Murrhardt. Der Neuaufbau der Stadt unter Herzog Karl Eugen und Prälat Friedrich Christoph Oetinger prägt die Stadt bis heute. 1803 Hochzeit des Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling mit Caroline Böhmer-Schlegel.
1848 wird der Murrhardter Schlossermeister Ferdinand Nägele als einziger Handwerker in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt - Bezüge zu Justinus Kerner und Ludwig Uhland.
20. Juni 1945 Landrätekonferenz - Erster Beginn einer demokratischen Neuordnung in Württemberg (Sonne-Post).
2002 Jean-Arthuis, "Vater des Euro", französischer Finanz- und Wirtschaftsminister und ehem. Bürgermeister der Partnerstadt Chateau-Gontier, wird Ehrenbürger.

Sehenswürdigkeiten:

Die Stadtkirche (ehem. Klosterkirche St. Januarius) ist bau- und kunstgeschichtlich von großem Interesse. Hervorzuheben ist die an sie angebaute St. Walterichskapelle, eines der bedeutendsten Beispiele für spätromanische Architektur in Südwestdeutschland.
St. Walterichskirche, ehemalige Wallfahrtskirche, mit Ölberg-Schnitzaltar von 1512.
Die reizvolle Altstadt wird von Fachwerkbauten geprägt.
Im privaten Carl-Schweizer-Museum sind zoologische und historische Sammlungen (insbesondere zur Römerzeit und zur Klostergeschichte) vereint.
Ein Römerkastell ist im Südosten der Altstadt nachgewiesen.
Die Villa Franck (http://www.villa-franck.de/), erbaut 1904, ist eine der schönsten und besterhaltenen Jugendstilvillen Deutschlands.
Städtische Kunstsammlung, Heinrich v. Zügel, Reinhold Nägele, Carl Obenland, Heiner Lukas.

Städtepartnerschaften:

Chateau-Gontier in Frankreich
Frome in England
Rötha in Sachsen

Freizeitangebote: Freizeitgebiet Waldsee mit Ganzjahres-Campingplatz, Städtische Kunstsammlung, schön gelegenes Freibad im Trauzenbachtal, Limes-Radweg und Limeswanderweg.

Persönlichkeiten:

Walterich - Seliger Benediktiner, Klostergründer, Abt. Geb. 8. Jahrhundert, angeblich gest. 29. November 850
Adam Adami - Weihbischof von Hildesheim (* 1610; † 1. März 1663)
Friedrich Christoph Oetinger - schwäbischer Pietist und Theosoph (* 1702; † 1782)
Ferdinand Nägele - Schlosser und Demokrat (* 1808; † 1879)
Heinrich von Zügel - Maler (* 1850; † 1941)
Eugen Nägele - Jugendherbergwerk und SAV (* 1856; † 1937)
Reinhold Nägele - Maler (* 1884; † 1972)
Erich Schumm -Erfinder von ESBIT (* 1907 ; † 7. September 1979)
Trude Schüle - Malerin (* 1929)
Heiner Lucas - Maler (* 1944)
 

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