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Der Naturpark "Schwäbisch-Fränkischer Wald" wurde im Jahre 1979 als 60. Naturpark in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Er liegt zwischen den Großstädten Stuttgart und Heilbronn und im Osten zwischen den Mittelzentren Schwäbisch Hall und Schwäbisch Gmünd. Zu seinen Besonderheiten zählt neben der reizvollen Kultur- und Naturlandschaft, den zahlreichen Erholungsmöglichkeiten und informativen Lehrpfaden der obergermanisch- rätische Limes, der in Nord - Südrichtung den gesamten Naturpark durchquert. 

 Die Erholung im Naturpark

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ist Erholungsraum für Menschen, Lebensraum für Tiere und Pflanzen und nicht zuletzt Heimat für seine Einwohner. Die herrliche Landschaft des Schwäbisch-Fränkischen Waldes mit ihren zahlreichen Bachtälchen und Seen, Wäldern, Feldern und Wiesen bietet vielfältige Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren, Reiten, Kutsch- und Planwagenfahren oder Wassersport zu betreiben. Auch Wintersportmöglichkeiten bestehen in den höheren Lagen. Des weiteren gibt es z.B. Golfplätze, einen Freizeitpark (Gmeinweiler), eine Sommerrodelbahn (Kaisersbach) und eine Grasski-Anlage (Großerlach). Es bestehen also genügend Erholungsmöglichkeiten, je nach Ansprüchen und Bedürfnissen.

Hagbergturm bei Gschwend

Hagbergturm bei Gschwend

Die Palette reicht vom sportlich aktiven Erlebnisaufenthalt bis zum ruhigen entspannenden Waldspaziergang, von der Kräuterwanderung bis zum Besuch der kulturellen Sehenswürdigkeiten. Zur Erholungsinfrastruktur des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald gehören über 2.000 Kilometer gepflegter Wander- und Radwege, 280 Wanderparkplätze, 60 Spielplätze, 90 Grillplätze, 4 Jugend- zeltplätze, zahlreiche Badeseen, Loipen und Skilifte sowie mehrere Aussichtstürme.

Um die Natur intensiv erleben und die verknüpften ökologischen Zusammenhänge besser verstehen zu können, wurden in den letzten Jahren mit Fördermitteln des Naturparks zahlreiche Naturlehrpfade angelegt, wie z.B. Wald-, Geologie-, Pflanzen- oder Tierlehrpfade (siehe Naturpark-Broschüre "Wanderlehrpfade").

Hauptwanderwege des Schwäbischen Albvereins im Naturpark sind der Georg-Fahrbach-Weg (Zeichen GFW), der Main-Neckar-Rhein-Weg (Zeichen HW3), der Limeswanderweg (Zeichen HW6), der Franken-Weg (Zeichen HW8) und der Stromberg-Schwäbischer Wald-Weg (Zeichen HW10). Der Mühlenwanderweg im Welzheimer Wald verbindet 10 Mühlen und ist einer der beliebtesten Wanderwege im Naturpark. Daneben bieten die Mitgliedsgemeinden zahlreiche Rundwandermöglichkeiten auf ihren Gemarkungen an. Die entsprechenden Wanderkarten sind bei den jeweiligen Gemeindeverwaltungen erhältlich (siehe unten Liste der Mitgliedsgemeinden). Unterwegs laden die örtliche Gastronomie, sowie die Wanderheime des Schwäbischen Albvereins und die Naturfreundehäuser zur Rast ein und sorgen für Ihr leibliches Wohl.

Radtour

Neben dem Wandern gewinnt das Radfahren zunehmend an Bedeutung. Das Fahrrad ist zudem ein umweltfreundliches Verkehrsmittel und Radfahren ein Beitrag zu einem "sanften Tourismus". Auf den Ortsverbindungsstraßen sowie auf den land- und forstwirtschaftlichen Wegen bieten sich ausgezeichnete Strecken für Radwanderungen an. Eine Auswahl von 14 Radwandervorschlägen mit über 600 km Länge stellt die Naturpark-Broschüre "Mit dem Fahrrad unterwegs" vor.

An den zahlreichen dafür ausgewiesenen Gewässern bieten sich für die Besucher genügend Möglichkeiten zum Baden, Bootfahren, Surfen oder Angeln.

Die landschaftlichen Besonderheiten

Das Gebiet des Naturparks umfasst die fünf großen Naturräume des Welzheimer Waldes im Süden, des Murrhardter und Mainhardter Waldes im Zentrum, derWaldenburger Berge im Nordosten sowie der Löwensteiner Berge im Nordwesten.

Obersulm

Die “schwäbische Toskana” - bei Obersulm-Löwenstein

Durch die Geologie des Keupers bedingt ist das Landschaftsbild des Schwäbisch-Fränkischen Waldes vielfältig morphologisch gegliedert in Hochebenen und langgestreckte Tallagen, mit steilen Dobeln, vielen Quellhorizonten und Rutschhängen. Diehöchsten Erhebungen sind Hohe Brach (586 m), Hagberg (585 m), Hohentannen (565 m), Stocksberg (539 m), Flinsberg (535 m) und Juxkopf (533 m).

Der Waldanteil im Naturpark liegt mit 53 % weit über dem Landesdurchschnitt von 38 %. Die höheren und damit niederschlagsreicheren Waldlagen im Innern des Naturparks sind durch naturnahe Fichten-Tannen- Buchen-Mischwäldern geprägt. Die Weinberglagen am südlichen, westlichen und teils nördlichen Keuperstufenrand werden von den trocken-warmen eichenreichen Waldsaumgesellschaften begleitet.

Mit der Nutzung des Holzreichtums der ursprünglich flächendeckenden Wälder und der anschließenden landwirtschaftlichen Nutzung entstand eine reichstrukturierte Kulturlandschaft, deren Streu- siedlungsweise mit kleinen Weilern und Höfen die besondere Charakteristik des Schwäbisch-Fränkischen Waldes ausmacht.

Der oft kleinflächige Wechsel von landwirtschaftlichen Flächen und Wald mit den artenreichen, ökologisch besonders wertvollen Waldrandzonen bereichert das Landschaftsbild und das Lebensraumangebot für Pflanzen und Tiere im Naturpark. Zu den besonders typischen Landschaftselementen im Naturpark zählen die ausgedehnten Streuobstwiesen auf den steilen Keuperhängen und die Weideflächen. Des weiteren gibt es zahlreiche Trockenstandorte und extensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen mit seltener, geschützter Flora und Fauna. Im Wald sind besonders die schluchtwaldartigen Klingen mit ihrer meist naturnahen Bergmischwaldbestockung (Buche, Ahorn, Tanne, Esche, Erle) zu nennen. In den Tälern prägen die bachbegleitenden Gehölzstreifen mit den sich anschließenden Feuchtwiesen das Landschaftsbild.

Die ausgewiesenen Landschafts-Naturschutz-und Bannwaldgebiete sowie die vielen Naturdenkmale stehen symbolisch für die Schönheit dieser Landschaft. Der Naturpark stellt ein großflächiges Refugium für Pflanzen und Tiere dar. Die einzelnen Spezies der Pflanzen- und Tierarten stellen meist recht unterschiedliche Anforderungen an ihre Umwelt. Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald birgt eine Vielzahl solcher ökologischer Nischen. Hier gibt sie es noch, die Feuersalamander, Gelbbauchunken, Schwarzspechte, Hohltauben, Eulen, Hirschkäfer oder Pflanzenstandorte von Orchideen, Trollblumen und Arnika.

Ebnisee

Herbststimmung am Ebnisee

 

Eine der Hauptattraktionen in fast allen Regionen des Naturparks sind die zahlreichen Wasserflächen. Die seit Generationen bis heute allesamt künstlich angelegten Tümpel, Weiher, Teiche, Rückhaltebecken und Badeseen prägen den unverwechselbaren Charakter der Landschaft des Schwäbisch- Fränkischen Waldes.

Zu den touristischen Attraktionen zählen beispielsweise der Aichstrutsee, Breitenauer See, Buchhorner See, Diebachsee, Ebnissee, Eisenbachsee, Hagerwaldsee, Leinecksee, Neumühlsee, Starkholzbach See und Waldsee. Der größte See des Naturparks und ganz Nordwürttembergs ist der Breitenauer See mit 40 ha Wasserfläche. Anlässlich des Bundeswettbewerbs Deutscher Naturparke 1995 zur "vorbildlichen Gestaltung und Nutzung von Gewässern für die landschaftsbezogene und umweltverträgliche Erholung" wurde der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald mit dem Breitenauer See als Wettbewerbsbeitrag mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.

  Geologie und Hydrografie

Die Geologie des Naturparks wird geprägt durch das Keuperbergland, einem Teil der Schwäbisch-Fränkischen Schichtstufenlandschaft.

Deutlich sichtbar erhebt sich im Westen die Keuperstufe, die hier auch die Naturparkgrenze bildet, aus der vom Muschelkalk gebildeten Gäulandschaft. Hier und in Flusstälern finden wir als unterste Schicht den Gipskeuper, darauf aufbauend Schilfsandstein, Untere Bunte Mergel, Kieselsandstein und Obere Bunte Mergel. Die Hochflächen des Naturparks werden in den Löwensteiner Bergen, im Mainhardter und Murrhardter Wald überwiegend vom Stubensandstein, in den tiefer gelegenen Waldenburger Bergen dagegen meist vom Kieselsandstein gebildet. Die oberste Formation des Keupers bildet der wegen seiner Rutschgefahr berüchtigte Knollenmergel. Er ist in den höheren Lagen im Gebiet der Löwensteiner Berge und um Welzheim und Gschwend anzutreffen. Der Schwarzjura alpha (Lias) bildet die Hochflächen um Welzheim, Alfdorf und Frickenhofen und gilt als fruchtbarer Ackerboden. Die Geologischen Lehrpfade Aspach, Öhringen-Michelbach und Welzheim bieten tiefere Einblicke in unsere regionalen geologischen Verhältnisse.Eine geologische Besonderheit kann an einem Teil des Flusssystems im Naturpark beobachtet werden. Während bis vor einigen Millionen Jahren die Entwässerung eines Großteils des Naturparks zur Donau erfolgte, brachte der Einbruch des Rheingrabens im wahrsten Sinne des Wortes "einschneidende" Veränderungen.

Hägelesklinge bei Kaisersbach

Hägelesklinge bei Kaisersbach-Ebersberg

Durch die Absenkung des Rheingrabens wurde die Fließgeschwindigkeit der Rheinzuflüsse wesentlich größer. Sie konnten sich dadurch schneller und tiefer ins Gelände eingraben. So entstanden die für den Keuper typischen Klingen und V-Täler. Die größere Abflussgeschwindigkeit und stärkere Erosion des Wassers bewirkte auch, dass sich viele Flüsse weiter rückwärts ins Land arbeiteten und die Zuflüsse zur Donau anzapften.

Diese Stellen lassen sich heute noch an den knieförmigen Biegungen der Flüsse erkennen, z.B. an der Murr bei Fornsbach oder an der Wieslauf bei der Laufenmühle. Heute erfolgt die Entwässerung des Naturparkgebietes in den Rhein über den Neckar und seine Zuflüsse Rems, Murr, Schozach, Sulm und Kocher. In die Rems münden Schweizerbach, Walkersbach und Wieslauf, in die Murr die Gewässer Lauter und Bottwar und in den Kocher die Flüsse Brettach, Ohrn, Kupfer, Bibers, Fichtenberger Rot und Lein. 

Kulturelle Besonderheiten

Der obergermanisch-rätische Limes, die äußerste Grenzziehung des römischen Imperiums in Südwestdeutschland aus der Zeit des zweiten und dritten nachchristlichen Jahrhunderts, führt in Nord-Südrichtung von Öhringen bis Lorch durch den gesamten Naturpark und zählt zu den hervorragendsten archäologischen Denkmälern Europas. Funde aus der Römerzeit präsentieren die Museen in Öhringen, Mainhardt, Murrhardt, Welzheim und Lorch sowie der archäologische Park Ostkastell Welzheim. 

Ostkastell Welzheim

Archäologischer Park Ostkastell Welzheim

Mittelalterliche Burgen, Schlösser, Klöster und Ruinen bezeugen die stolze Vergangenheit dieser Region.

Die große Anzahl noch erhaltener bzw. restaurierter historischer Öl-, Säg- und Mahlmühlen besonders im Welzheimer Wald ist weit über die Region hinaus bekannt.

Hagmühle bei Alfdorf

Hagmühle bei Alfdorf

Aussichtstürme und Museen mit unterschiedlicher Thematik bieten Aus- und Einblicke in die landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten des Naturparks. Im Freilandmuseum Wackershofen sind originale und hier wieder aufgebaute Gebäude aus der Region mit ihren Einrichtungsgegenständen zu sehen.  

Die Geschichte des Waldes im Naturpark

Schon vor rund 180 Millionen Jahren gab es Wälder im Bereich des heutigen Naturparks. Funde versteinerten Holzes aus dem Stubensandstein zeugen von Baumriesen der längst nicht mehr existierenden Nadelbaumgattung Voltzia.

Die Geschichte unserer heutigen Wälder und der heimischen Baumarten beginnt mit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren, als sich die Kältesteppen mit ihren Permafrostböden wieder zu bewalden begannen. Bis zu Beginn des 9. Jahrhunderts war der gesamte Schwäbisch-Fränkische Wald ein zusammenhängendes Urwaldgebiet. Selbst die Römer vermochten nicht, trotz des Limesbaus um 150 bis 260 n.Chr., den Urwaldcharakter des Gebietes zu beeinträchtigen. Die natürlich vorkommenden Baumartenmischungen oder Regionalgesellschaften waren weitgehend durch das Klima und die Bodenverhältnisse geprägt. In der Karolingerzeit, etwa ab dem Jahre 800 n.Chr., setzte eine verstärkte Rodungstätigkeit ein. Initiatoren waren hier die Klöster Gnadental, Lichtenstern, Lorch und Murrhardt. Auf dem Höhepunkt der Rodungsbewegung im 12. und 13. Jahrhundert nahm der Wald nur noch die Hälfte seiner heutigen Ausdehnung ein. Alle übrigen Flächen dienten dem Ackerbau und der Weide. Bedingt durch Hungersnöte und Pest sowie durch zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen, vom Bauernkrieg bis zum 30-jährigen Krieg, wurden viele Siedlungen wieder aufgegeben und der Wald gewann Fläche zurück. Bereits um die Mitte des 17. Jahrhunderts hatte der Wald seinen heutigen Flächenanteil von rund 50% wieder erreicht.

Dennoch kann der damalige Wald nicht mit dem heutigen verglichen werden. Waldweide,Streunutzung und vor allem Holzkohle- und Pottaschegewinnung für die vorhandenen Glashütten (Spiegelberg) bzw. Salzsiedereien (Schwäbisch Hall) hatten ihm übel zugesetzt. So lassen sich auf dem Höhepunkt der Glasherstellung in der Mitte des 16. Jahrhunderts mindestens 21 Glashütten vor allem im Gebiet von Welzheim, Kaisersbach und Gschwend nachweisen. Hinzu kam noch, dass Holz in der damaligen Zeit praktisch der einzige zur Verfügung stehende Brennstoff war und die Wälder diesen ungeheuren Brennholzbedarf befriedigen mussten. Auch der Ebnisee, der 1745 eingerichtet und bis 1861 der Flößerei diente trug dazu bei, die Städte und herzoglichen Schlösser mit Brennholz zu beliefern.

In der Folge wurde die Holznot immer drastischer und Abhilfe musste geschaffen werden. Mit dem Aufbau einer flächendeckenden Forstverwaltung und entsprechender gesetzlicher Grundlagen wurden ab dem Ende des 18. und im 19 Jahrhundert große ertraglose, devastierte Waldflächen mit den anspruchslosen Nadelhölzern Kiefer und Fichte wieder aufgeforstet. Unsere Vorfahren haben mit der Umwandlung dieser völlig devastierten Flächen in ertragreiche Wälder eine hervorragende Leistung vollbracht, auch wenn aus heutiger Sicht oft ökologisch nachteilige und waldbaulich labile Reinbestände entstanden.

Der heutige Wald und seine Bewirtschaftung

Die Waldfläche im Naturpark beträgt rund 480 qkm, das entspricht einem Bewaldungsprozent von 53. Von der Gesamtwaldfläche sind 49 % in Privatbesitz. Der Anteil des Staatswaldes beträgt 36 % und des Körperschaftswaldes 15 %. Die vorkommenden Baumarten sind Fichte (43 %), Buche (17 %), Tanne (12 %), Kiefer, Douglasie mit Lärche (12 %), Eiche (10 %) und sonstige Laubbäume (6 %), wie z.B. Ahorn, Birke, Elsbeere, Erle, Esche, Hainbuche, Linde, Ulme oder Weide.

Die Bewirtschaftung des Waldes durch den Menschen beinhaltet eine besondere Verantwortung. Im § 1 des Landeswaldgesetzes werden der Nutzfunktion die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes gleichberechtigt zur Seite gestellt. Es ist also das Ziel, neben der Sicherung der langfristigen Nutzungsfähigkeit der Wälder auch für kommende Generationen, durch Schutz der Naturressourcen den Lebensraum für unsere Fauna und Flora zu erhalten. Dieser Anspruch der Multifunktionalität soll durch eine Mehrzweckforstwirtschaftumgesetzt werden. Der Wald soll möglichst auf der gesamten Fläche in harmonischer Abstimmung Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erfüllen. Die klassischen forstlichen Grundsätze der Nachhaltigkeit und der Wirtschaftlichkeit bilden den Rahmen für das Handeln vor Ort.

Die heutige Waldbewirtschaftung orientiert sich in verstärktem Maße an den naturräumlichen Voraussetzungen. Die im öffentlichen Wald flächendeckend vorliegende forstliche Standortskartierung ist heute die Basis für eine naturnahe Waldbewirtschaftung. Als Entwicklungsziele werden wertvolle Baumartenmischungen und vor allem stabile Waldbestände angestrebt. Das Laubholz soll dort, wo es in den Regionalgesellschaften des Naturwaldes eine führende Rolle einnahm, diese auch wieder erhalten. Im inneren Schwäbisch-Fränkischen Wald, wo das Nadelholz seit jeher vertreten war, steht die Begründung und Entwicklung reich strukturierter, ökologisch stabiler Mischbestände im Vordergrund.

Aufgrund der Bedeutung des Rohstoffes Holz für die Daseinsvorsorge und vor dem Hintergrund der globalen Probleme der großflächigen Waldvernichtung, der Klimaveränderung und der Abfallentsorgung ist die nachhaltige Bereitstellung des umweltverträglichen, nachwachsenden Rohstoffes Holz eine zentrale Herausforderung. Nur etwa die Hälfte des in der Bundesrepublik benötigten Holzes stammt aus heimischen Wäldern.

Mit der Waldfunktionenkartierung hat die Landesforstverwaltung die wesentlichen Funktionsansprüche an die Wälder in Baden-Württemberg räumlich dargestellt. Im Naturpark ist über die Hälfte der Gesamtwaldfläche als Bodenschutzwald ausgewiesen. Aufgrund intensiver Durchwurzelung des Bodens an den Steilhängen von Klingen und Taleinschnitten werden Rutschungen verhindert, die ansonsten unterhalb liegende Straßen und Siedlungen gefährden würden. Zur Sicherung der lokalen Wasserversorgung wurden rund 10 % der Waldflächen im Naturpark als Wasserschutzwald ausgewiesen. Der Wald verhindert durch langsames Aufnehmen des Regens und durch eine verzögerte Schneeschmelze den schnellen Wasserabfluss und sorgt so für eine kontinuierliche Speisung der Quellen. Im Bereich von Weinbauflächen und Obstanlagen erfüllt der Wald Klimaschutzfunktionen und verhindert Kaltluftschäden an den vorgelagerten Kulturen. Nicht zuletzt sind 15 % der Gesamtwaldfläche des Naturparks als Erholungswald ausgewiesen ist. Bei der Bewirtschaftung dieser Waldflächen wird die Erholungsfunktion besonders berücksichtigt.  

Landwirtschaft im Naturpark - die Kulturlandschaft bewahren

Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen sowie der gewachsenen Kulturlandschaft ist ein wichtiges Anliegen der Naturparkarbeit. Im Westen und Norden grenzt der Naturpark an die fruchtbaren Lehmflächen der Gäulandschaften des Neckarlandes und der Hohenloher Ebene. Der Bereich des Übergangs zum Keuperstufenrand ist hier durch die ertragreichen Sonderkulturen von Wein- und Obstbau auf den Hanglagen geprägt. Der überwiegende Anteil der landwirtschaftlichen Flächen des Naturparks gehört allerdings zu den strukturschwachen Gebieten mit meist ertragsarmen Böden. Hier ist oft nur die Grünlandbewirtschaftung mit Wiesen und Weiden möglich. Für viele Betriebe ist der dazugehörige Waldbesitz (Höfegebiet) eine wichtige Existenzsicherung in Form von Rücklagenbildung und Einkommensfunktion. Eine Ausnahme hinsichtlich der Ertragsfähigkeit und flexibler Anbaumöglichkeiten bilden die guten Ackerbauflächen auf den Schwarzjura-Hochflächen um Welzheim, Alfdorf und der angrenzenden Frickenhofer Höhe. 

Burg Reichenberg bei Oppenweiler

Burg Reichenberg bei Oppenweiler

Der bäuerliche Familienbetrieb war über Jahrzehnte hinweg der Garant einer gesunden und leistungsfähigen Landwirtschaft auch im Bereich des Naturparks. Seit einigen Jahren kämpfen jedoch immer mehr Betriebe um ihr Überleben. Zu groß sind die Standortsnachteile aufgrund der vielen Steillagen, kleinflächig wechselnder Bodengüte im Keuper und durch die strukturellen Mängel gegenüber den großflächigen Betrieben im Flachland. Nur unzureichend berücksichtigt und finanziell bewertet werden hingegen die Leistungen der Bauern im Bereich der Landschaftspflege z.B. durch die Offenhaltung der Landschaft, das Mähen von Feucht- und Streuwiesen oder die Schafbeweidung auf Trockenrasen. Eine große Aufforstungswelle kann nicht der Weg aus der landwirtschaftlichen Strukturkrise sein. Die Pflege der Kulturlandschaft die bisher als kostenloses Nebenprodukt bäuerlicher Tätigkeit anfiel und die von der Gesellschaft wie selbstverständlich angesehen wurde ist in Gefahr. Ein Patentrezept zur Lösung dieses langfristigen Strukturproblems gibt es bis jetzt noch nicht.

Sie können aber bei Ihrem Ausflug im Naturpark die Möglichkeiten zum Einkauf bei den Bauernhöfen mit Direktvermarktung nutzen. In der letzten Zeit wird der Verkauf direkt ab Hof vermehrt angeboten und garantiert Ihnen so, dass Sie frisches einheimisches Gemüse, Obst, Wein, Backwaren und Vieles mehr bekommen. Sie unterstützen damit die heimischen Landwirte und im weiteren Sinne die Erhaltung und Pflege unserer vorbildlichen Kulturlandschaft im Naturpark, welche ohne diese traditionellen, bäuerlichen Strukturen nicht denkbar ist.

Der Naturparkverein und das Naturpark-Informationszentrum

Getragen wird der Naturpark vom Verein "Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald e.V.". Mitglieder sind 37 Gemeinden, die Landkreise Rems-Murr, Schwäbisch Hall, Heilbronn, Hohenlohe, Ostalb und Ludwigsburg, 5 Kreisbauernverbände, die Landesforstverwaltung vertreten durch die Forstdirektion Stuttgart, die Forstkammer Baden-Württemberg, der Schwäbische Albverein sowie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Der Naturparkverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die reizvolle naturnahe Landschaft des Schwäbisch-Fränkischen Waldes in ihrer Eigenart und Schönheit als Lebensraum für die vielfältige einheimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln, damit sie den Bewohnern der Region als Lebensgrundlage und ihren Gästen für einen erholsamen und erlebnisreichen Aufenthalt erhalten bleibt.

Naturparkinfo Murrhardt

Naturparkinformationszentrum Murrhardt

Die Träger der Naturparkarbeit sind im wesentlichen die Gemeinden. Diese sind mit Hilfe von staatlichen Zuschüssen in der Lage, Erholungseinrichtungen zu unterhalten, neu zu errichten, der Landschaftspflege dienende Maßnahmen vorzunehmen oder Bau- und Kulturdenkmäler im Außenbereich zu erhalten. Seit 1979 hat der Naturparkverein über Fördermittel des Landes Baden-Württemberg rund 9 Mio. DM in den Naturpark investiert. Hinzu kommen noch die Eigenmittel überwiegend von Gemeinden in etwa der gleichen Größenordnung. Der Naturparkverein unterhält in Murrhardt, Am Marktplatz 5, ein Informationszentrum. Die dortige Ausstellung informiert über die naturräumliche Ausstattung, die Kulturgeschichte und die Erholungseinrichtungen des Schwäbisch-Fränkischen Waldes sowie über Ziele und Aufgaben des Naturparkvereins.

Die folgenden Broschüren wurden vom Naturpark-Verein herausgegeben

  • Eine attraktive Erholungslandschaft
  • Die Wanderlehrpfade im Naturpark
  • Ausgewählte Streckenwanderungen
  • Mit dem Fahrrad unterwegs
  • Naturpark-Panoramakarte
  • Naturpark-Poster

Als weiterführende Literatur sei der Wanderführer "Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald", erschienen im Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, empfohlen. Nähere Auskünfte zu Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten sowie zu weiteren touristischen Unternehmungen erhalten Sie bei der

    Touristikgemeinschaft Neckar-Hohenlohe- Schwäbischer Wald, Tel. 0791 - 751385

    oder bei der

  • Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald, Tel. 07151 - 501376

und bei den örtlichen Verkehrsämtern (siehe Gemeindeliste unten).

Forsthaus Mönchsberg bei MainhardtWeitere Informationen, Karten und Broschüren des Naturparkvereins sind unter folgender Adresse erhältlich: 

Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald   e.V. Geschäftsstelle  Forsthaus Mönchsberg  D - 74535 Mainhardt,  Telefon 07903 - 1331 / Telefax 07903-7539

 

 

Museen im Naturpark

Alfdorf 

Heimatmuseum

Althütte 

Heimatmuseum 

Backnang 

Ungarndeutsches Heimatmuseum, Museum Helfershaus (Kunst) 

Bretzfeld 

Ungarndeutsches Heimatmuseum 

Gschwend 

Heimatmuseum in Horlachen

Lauffen a. N. 

Heimatmuseum 

Lorch 

Heimatmuseum (Römerfunde) 

Löwenstein 

Stadt- und Manfred-Kyber-Museum (Heimat- und Literaturmuseum) 

Mainhardt 

Römisches Museum, Pahl-Museum (Malerei, Graphik), Turmuhrenmuseum 

Murrhardt 

Städtische Kunstsammlung, Carl-Schweizer-Museum (Natur- und Heimatmuseum)

Oberrot 

Sägmühl-Museum Marhördt

Oberstenfeld 

Heimatmuseum 

Obersulm 

Museum zur Geschichte der Juden (Synagoge Affaltrach), Schulmuseum in Weiler 

Öhringen 

Weygang-Museum (Zinn, Fayencen, römische Funde), Motor-Museum (Autos, Motorräder) 

Pfedelbach 

Heimatmuseum 

Rudersberg 

Museum Ölmühle in Michelau 

Schwäbisch Hall 

Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen, Hällisch-Fränkisches Museum, Keckenburg-Museum (Stadtgeschichte), Haller Feuerwehrmuseum 

Urbach 

Museum am Widumhof 

Waldenburg 

Hohenloher Urweltmuseum, Siegelmuseum 

Welzheim 

Heimatmuseum und Archäologischer Park Ostkastell

Wüstenrot 

Bauspar-Museum im Georg-Kropp-Haus,
Glas- und Heimatmuseum im Bürgerhaus "Altes Rathaus"

 

Städte und Gemeinden im Naturpark

Ort

Telefon

Ort

Telefon

Abstatt

07062 - 6770

Michelfeld 

0791 - 970710

Alfdorf

07172 - 30911

Murrhardt 

07192 - 213124

Althütte

07183 - 959590

Oberrot 

07977 - 740

Aspach

07191 - 21217

Oberstenfeld 

07062 - 2610

Auenwald

07191 - 50050

Obersulm 

07130 - 280

Backnang 

07191 - 8940

Öhringen 

07941 - 6818

Beilstein 

07062 - 2630

Oppenweiler 

07191 - 4840

Bretzfeld 

07946 - 7710

Pfedelbach 

07941 - 608120

Fichtenberg 

07971 - 95550

Plüderhausen 

07181 - 80090

Großerlach 

07903 - 91540

Rosengarten 

0791 - 950170

Gschwend 

07972 - 6810

Rudersberg 

07183 - 30050

Kaisersbach 

07184 - 938380

Untergruppenbach 

07131 - 70290

Kupferzell 

07944 - 91110

Urbach 

07181 - 80070

Lauffen/N. 

07133 - 10614

Waldenburg 

07942 - 1080

Lorch 

07172 - 18010

Welzheim 

07182 - 800815

Löwenstein 

07130 - 220

Wüstenrot 

07945 - 91990 

Mainhardt 

07903 - 91500

Hinweis: Diese Informationen waren auf einer Seite der Universität Tübingen ohne Nennung des Autors veröffentlicht. Der von mir gesetzte Link führte nicht mehr ans Ziel. Aufgrund des interessanten Inhalts habe ich mich für eine Veröffentlichung an dieser Stelle entschieden. Die Verletzung eines eventuell bestehenden Copyright ist nicht beabsichtigt.

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