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Die Sternwarte Welzheim steht im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald und dient als Beobachtungsstation des Carl-Zeiss-Planetariums Stuttgart. Das Gebäude samt der Hauptkuppel wurde von der Stadt Welzheim errichtet. Die technischen Einrichtungen wurden von der Landeshauptstadt Stuttgart zur Verfügung gestellt. Bereits am 6. September 1992 wurde die Sternwarte ihrer Bestimmung übergeben. Inzwischen konnten schon Tausende Besucher einen Blick durch die Teleskope wagen und dabei die Wunder des Kosmos bestaunen.
Die Beobachtung des Sternenhimmels ist von unseren lichtüberfluteten Städten aus kaum möglich. Die Staub- und Dunstglocken und der Lichtstrom künstlicher Beleuchtung haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Bedingt durch diese Umweltemissionen ist die Aufhellung des Nachthimmels enorm angestiegen und beeinträchtigt astronomische Beobachtungen ganz erheblich. Im Welzheimer Wald sind die klimatischen Verhältnisse zur Beobachtung der Gestirne besonders gut geeignet. Die Schadstoffbelastung ist minimal und der Sternenhimmel noch nachtdunkel. Aus Anlass der totalen Sonnenfinsternis vom 11. August 1999, bei der die Totalitätszone über Stuttgart und Welzheim verlief, wurde die Sternwarte Welzheim durch eine zweite Kuppel erweitert. Darin ist ein spezielles Teleskop für Sonnenbeobachtungen untergebracht.
Diese Sonnenbeobachtungen können im Rahmen der sogenannten “Tag der offenen Tür” etwa alle 3 Monate an einem Samstag-Nachmittag von interessierten Besuchern miterlebt werden. Die genauen Termine sind auf der Internet-Seite unter
www.sternwarte-welzheim.de
nachzuschauen. Hier wird umfassend über die beim Teilort Langenberg liegende Sternwarte informiert.
Öffentliche Führungen bietet die Sternwarte Welzheim nur bei sternklarem Himmel an. Dann jedoch Montag, Mittwoch und Samstag jeweils um 20.00 Uhr. In den Sommermonaten finden die Führungen nur Samstag ab 22.00 Uhr statt.
Welzheimer Zeitung vom 08.03.2006 Kerze in Mondentfernung wird sichtbar - Das größte Teleskop Baden-Württembergs ging jetzt in der Sternwarte Langenberg in Betrieb
Welzheim. Das größtes Teleskop Baden-Württembergs des Planetariums Stuttgart ist am Montagabend von Bürgermeister Hermann Holzner in der Sternwarte in Langenberg offiziell in Betrieb genommen worden. Der Leiter des Planetariums Professor Dr. Hans-Ulrich Keller informiert exclusiv für unsere Zeitung über die Gründe für die Investition. Mit 90 Zentimetern Objektivdurchmesser ist die Neuanschaffung das größte optische Fernrohr im Land. Bereits am 20. Januar 2006 wurde das Teleskop mit einem Schwertransporter angeliefert und mit einem großen Kran in Einzelteilen in die Sechs-Meter Ostkuppel der Sternwarte gehievt. In mehrwöchiger Arbeit wurde das Teleskop zusammengebaut, justiert, die elektronische Steuerung in Betrieb genommen und die ersten Probeaufnahmen gewonnen.
Die Sternwarte wurde am 6. September 1992 nach etwa einjähriger Bauzeit eröffnet. Sie dient als Außen- und Beobachtungsstation des Stuttgarter Planetariums. Durch den zunehmenden Lichtsmog und die Luftverschmutzung wird es immer schwieriger, von unseren Städten und Siedlungen aus den gestirnten Himmel zu beobachten. Deshalb flüchteten die Sternengucker in die noch relativ dunkle Gegend des Welzheimer Waldes. Die Initiative ergriff seinerzeit Bürgermeister Hermann Holzner. der bei der Einweihung das Engagement der Stadt Stuttgart, vertreten durch Dr. Wolfgang Ostberg und Ingrid Schüren, und den Einsatz der knapp 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter hervorhob.
Die Leistung eines Teleskops hängt unmittelbar von seinem Objektivdurchmesser ab. Je größer das Objektiv, desto größer die Trennschärfe, beziehungsweise das Auflösungsvermögen. Die Beobachter können mehr Details sehen, je größer der Durchmesser des Objektives ist. Außerdem steigt mit dem Quadrat des Durchmessers die lichtsammelnde Wirkung. Mit zunehmender Objektivgröße können immer schwächere Himmelsobjekte erfasst werden. Mit dem neuem Spiegelteleskop lassen sich selbst so schwache Sterne beobachten, wie eine Kerze in Mondentfernung.
Nicht nur die optische Qualität, sondern auch die Mechanik und die elektronische Steuerung entspricht dem neuesten Stand der Technik. Generalunternehmer ist die Firma AstroOptik in Neutraubling. Der 90 Zentimeter große Hauptspiegel und der Sekundärspiegel wurden von der Firma Lomo in St. Petersburg (Russland) hergestellt. Die Spiegeloberfläche ist höchst genau geschliffen und poliert. Das Öffnungsverhältnis beträgt 1:10, das heißt, die primäre Brennweite entspricht neun Metern. Die Primärbrennweite bestimmt den Abbildungsmaßstab des Teleskops. Das Teleskop wird über Servomotoren angetrieben. Die Ansteuerung des Teleskops erfolgt über einen Rechner mit Spezialsoftware. Gleichzeitig steuert der Rechner auch die Kuppelöffnung und Kuppeldrehung, so dass das Teleskop stets freien Blick zum Himmel hat. Die Steuerung des Teleskops kann auch per remote control (Fernsteuerung) erfolgen. Das Tracking (Nachführung) erfolgt auf Bogensekunden genau. Die Mechanik (Gittertubus, Teleskopgabel einschließlich Stundenachse und Grundpfeiler) wurde von der Firma Michael Knopf aus Baden-Baden gefertigt und geliefert.
Mit dem neuen 90-cm-Cassegrain-Reflektor werden sich sehr beeindruckende Himmelsaufnahmen gewinnen lassen, die in den öffentlichen Planetariumsvorführungen dem Publikum präsentiert werden sollen. Darüber hinaus dient es verschiedenen wissenschaftlichen Zwecken. Unter anderem wird es Parallelbeobachtungen zu den Infrarotaufnahmen gewinnen, die vom Stratosphärenobservatorium SOFIA aufgezeichnet werden. Das deutsche SOFIA-Institut wurde an der Uni Stuttgart vom Institut für Raumfahrtsysteme gegründet.
Mit dem neuen Teleskop sollen ferner die neuentdeckten Planeten und Kleinplaneten jenseits der Plutobahn beobachtet sowie Asteroiden aufgespürt werden, die der Erde gefährlich nahe kommen können. Außerdem wird nach Supernova-Detonationen gefahndet, die in fernen Milchstraßensystemen aufflammen und aus deren Beobachtung die Größe und die Expansionsgeschwindigkeit des Universums ermittelt werden kann. Auch aktuelle Himmelserscheinungen, wie das Auftauchen von Kometen, können mit diesem Teleskop in bisher nicht erreichter Qualität beobachtet und verfolgt werden.
Das Teleskop wird in Kürze die erforderliche hochwertige elektronische CCD-Kamera erhalten, mit der die Himmelsaufnahmen gewonnen werden sollen. Nur in Ausnahmefällen wird das Teleskop zum reinen „Durchsehen“ zu benutzen sein. An das Teleskop angeflanscht ist der Sechs-Zoll-Simon-Refraktor, so benannt nach dem Sponsor Dr. Karl-Heinz Simon, ehemals leitender Zeiss-Mitarbeiter, der dieses Teleskop im Jahre 2004 gestiftet hat.
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Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 200 000 Euro. Außer Sponsoren wurden die Finanzmittel vom Land Baden-Württemberg, der Stadt Welzheim und der Landeshauptstadt Stuttgart aufgebracht. Die elektronische CCD-Kamera wird vom Förderverein Planetarium Schwäbische Sternwarte gestiftet. Die Kosten halten sich in Grenzen, wenn man bedenkt, dass allein das SOFIA-Projekt eine zweistellige Millionensumme verschlingt.
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