Walterichskirche
Walterichskirche
Walterichskirche mit Friedhof

Am Hügel, auf dem die Walterichskirche steht,  war zu römischer Zeit ein dem Sonnengott Mithras geweihtes Heiligtum, dessen Grundmauern bei Ausgrabungen im Bereich des Turms lokalisiert wurden. Die römischen Soldaten des Kastells bestatteten hier auch ihre Toten. Gegen 600 n. Chr. wurde die Gegend alemannisch besiedelt.

Hier soll der Sage nach um 800 n. Chr. der Einsiedler Walterich gelebt haben. Er soll Kranke mit seinen heilenden Kräften geholfen haben. Später kamen deshalb in der Karwoche viele Wallfahrer an sein Grab.  Diese "Walterichswallfahrt" setzte sich auch noch nach der Reformation fort.

Die im gotischen Stil erbaute Kirche war ursprünglich der Maria geweiht, erst nach der Reformation bürgerte sich der Name Walterichskirche ein. Um Walterich´s Zeit stand hier eine kleine Holzkirche, das erste christliche Heiligtum.

Später wurde eine steinerne Kirche erbaut, zwischen 1100 und 1200 n. Chr. ein romanischer Sakralbau, etwas schmäler und wesentlich kürzer als die jetzige Kirche. Die heutige Form von Chor und Turm datiert in die Zeit um 1340 n. Chr., das neue gotische Schiff wurde 1489 n. Chr. vollendet (Jahreszahl über den Türen).

Außen an der der Nordseite des Chorturms befindet sich ein besonderes Kunstwerk: der Ölberg, der für die zahlreichen Wallfahrer geschaffen wurde, die in der kleinen Kirche keinen Platz zur Andacht fanden.

Weiter Informationen unter

www.murrhardt.de

 

Farbig gefasste Schnitzarbeit (ca. 1510) - unbekannter Künstler, dessen Selbstbildnis eventuell über zwei Kriegsknechten zu sehen ist (mitte-links). Es handelt sich um einen Außenaltar, der von einer spätmittelalterlichen Gemeinschaft während der Amtszeit des Abtes Oswald Binder gestiftet wurde. Bei der Fronleichnamsprozession und bei Armenbeerdigungen genutzt.

Der Altar setzt sich aus einem Mittelteil und zwei Seitenflügeln zusammen. Der Mittelschrein zeigt zwei ungleiche Welten: Zur Linken der betende Christus. Über ihm der Engel mit dem Kelch und Gottvater. Der Granatapfelbaum im Hintergrund gilt als Symbol von Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit. Die im Baum sitzenden Singvögel künden ebenso wie die am Fels kletternden Frosch, Schnecke und Eidechse vom Wiedererwachen der Natur. In der Denkweise des Mittelalters symbolisieren diese Tiere die Erneuerung des Lebens, und geben somit einen Hinweis auf die österliche Auferstehung des Gekreuzigten. Zu dieser “heilen Welt” gehören auch die im Vordergrund schlafenden Jünger Jakobus, Petrus und Johannes, die ihrem Herrn in den Garten Gethsemane gefolgt sind.

Hinter diesen drei Begleitern zeigt sich die Welt des Bösen, die wie eine Flutwelle über den Ort des Friedens hereinbricht, um letztlich am Fels, einem Symbol der christlichen Kirche, zu zerbrechen. Durch das Gartentor kommt Judas mit den Anführern einer vielköpfigen Meute,  aus deren Gesichtern eine diabolische Zerstörungswut spricht, die durch die im Hintergrund abgebildeten Spieße, Lanzen und Totschläger hervorgehoben wird. Eine einzige Fackel ist dabei, um die Nacht zu erleuchten.

Der Henkers- und Scharfrichtersknecht rechts von Judas hat Beil und Strick dabei, er gilt als unehrenhaft, deshalb muß er mit je einem Bein barfuß und gestiefelt gehen. Judas trägt stolz seinen Geldsack mit den 30 Silberlingen.

Aber auch ins “heile Welt” Bild hat sich das Böse eingeschlichen: ein unter dem Granatapfelbaum über den Gartenzaun steigender böser Bube erscheint zwischen dem betendenden Christus und dem Engel. Er will sich zwischen beide zwängen und deren Zwiesprache stören. Dieser Einzelgänger, abgesetzt von der Häscherschar, gibt sich durch seine Klauen als Beelzebub, als satanischer Mithelfer, zu erkennen.

Linker Seitenflügel:

links oben: die Dornenkrönung

rechts oben: das Abendmahl

 

 

 

 

 

links unten: die Geißelung

rechts unten: der Schwertstreich des Petrus, der Malchus, dem Knecht des Kaiphas, das rechte Ohr abschlägt

Rechter Seitenflügel:

links oben: Christus vor König Herodes

rechts oben: Christus vor der Tempelpforte mit Kaiphas und die “Backenstreichszene”

 

 

 

 

links unten: der Gefangene vor dem Volke, das ihn aburteilt

rechts unten: Christus vor Pilatus, der seine Hände wäscht

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